Familienrecht - Rechtsanwalt in Hamburg / Zugewinnausgleich, Auskunftsanspruch

Haben die Ehegatten keinen Ehevertrag und können Sie sich über die während der Ehezeit erworbenen Vermögenspositionen nicht einigen, so wird der Zugewinnausgleich durchzuführen sein. Bei diesem Ausgleich werden die Vermögenspositionen, die die Ehegatten während der Ehe erworbenen haben gegenüber dem jeweils anderen ausgeglichen.

Dabei wird der Vermögenszuwachs, den jeder Ehegatte seit der Heirat (sog. Anfangsvermögen) bis zum Ende der Ehe (sog. Endvermögen) erzielt hat miteinander verglichen. Der Ehegatte, dessen Vermögen in diesem Vergleich größer ist, muss die Hälfte der Differenz der beiden Vermögenswerte an seinen Ehepartner auszahlen. Um dabei vergleichbare Werte zu erhalten, wird das Anfangsvermögen unter Zuhilfenahme des sog. Lebenshaltungsindexes auf die zum Zeitpunkt des Endes der Ehe maßgeblichen Werte umgerechnet. Wichtig ist hier, dass nach der Reform des Güterrechts nunmehr auch Schulden, die in die Ehe gebracht wurden, einbezogen werden. Es kann also auch ein negatives Anfangsvermögen herangezogen werden.

Die Ehegatten haben gegeneinander zur Berechnung der Zugewinnansprüche einen umfassenden Auskunftsanspruch, der alle für die Berechnung des Anfangs-, bzw. Endvermögens notwendigen Informationen einschließt. Die Ehegatten haben auf Verlangen auch die entsprechenden Belege vorzulegen. Grundsätzlich wird der Zugewinnausgleich nur auf Antrag der Eheleute durchgeführt.

Die Frage, wie Darlehensverbindlichkeiten, Wohneigentum, Versicherungen oder andere Vermögensgegenstände in die Berechnung des Zugewinnausgleichs einfließen, kann kompliziert sein. Auch gibt es immer wieder Fragen, ob z.B. Verbindlichkeiten, die bereits bei der Berechnung des Unterhalts eingeflossen sind, auch beim Zugewinnausgleich geltend gemacht werden dürfen (sog. Doppelverwertungsverbot).

Vermögen, dass einer der Ehegatten z.B. von seinen Eltern mit Rücksicht auf ein künftiges Erbrecht erhalten hat (Schenkungen etc.), sind als sog. privilegiertes Vermögen dem Anfangsvermögen zuzurechnen. Dadurch wird der Zugewinn verringert, was dem beschenkten Ehegatten zugute kommt.

Der Anspruch auf Zugewinn verjährt innerhalb von drei Jahren, dies sollten Sie immer im Auge behalten.

Sie haben Fragen zum Zugewinnausgleich? Wir beraten und vertreten Sie gern!

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