Familienrecht - Rechtsanwalt in Hamburg / Unterhalt, Kindesunterhalt, Barunterhalt

Grundsätzlich haben Kinder Anspruch auf Unterhalt durch die Eltern. Die Mütter und Väter können dann den Unterhalt entweder durch Pflege und Erziehung oder durch Barunterhalt leisten. Leben die Eltern getrennt, so leistet derjenige Elternteil, bei dem das Kind lebt, seinen Unterhalt in der Regel durch die Pflege und Erziehung des Kindes, der andere Elternteil durch Zahlungen. Dabei hängt die Höhe des zu leistenden Unterhalts vom Einkommen des unterhaltspflichtigen Elternteils, vom Alter des Kindes und von der Anzahl der unterhaltsberechtigten Personen ab.

Der Barunterhalt ist grundsätzlich monatlich im Voraus zu zahlen, die Höhe bemisst sich nach der sogenannten Düsseldorfer Tabelle. Diese Tabelle wird regelmäßig den Lebenshaltungskosten angepasst und kann den Gerichten so als Orientierungshilfe dienen. Die dort angegebenen Beträge basieren auf der Annahme, dass der Unterhaltsverpflichtete für einen Erwachsenen und zwei Kinder Unterhalt bezahlt. Die Gerichte können in Streitfällen eine der individuellen Situation angepasste Regelung treffen. Bei dem Unterhaltsanspruch sind uneheliche Kinder den Kindern verheirateter Eltern gleichgestellt.

Die Höhe des durch den Unterhaltspflichtigen zu leistenden Unterhalts wird dann aus dem jeweilig unterhaltsrelevanten Einkommen ermittelt, wobei dem Unterhaltspflichtigen immer ein Selbstbehalt. (Vergleiche auch: Unterhalt - habe ich einen Anspruch auf Unterhalt gegen meinen Ehemann / meine Ehefrau?) Besonderheiten ergeben sich auch dann, wenn es mehrere Unterhaltsberechtigte (Ehegatten, weitere Kinder) gibt und das Einkommen des Unterhaltspflichtigen  nicht ausreicht, für alle den vollen Unterhaltsbetrag zu leisten. Dies nennt man dann Mangelfall. In diesen Fällen wird der verteilbare Betrag unter allen Berechtigten anteilig aufgeteilt. 

Mit dem Eintritt des Kindes in die Volljährigkeit endet grundsätzlich der Unterhaltsanspruch des Kindes gegen seine Eltern. Ab diesem Zeitpunkt muss der junge Erwachsene für seinen Unterhalt selbst aufkommen; er muss auch jede Arbeit aufnehmen, um den eigenen Unterhalt zu sichern. Etwas anderes gilt jedoch, wenn das Kind durch eine laufende Schul- oder Ausbildung daran gehindert ist, eine eigene Erwerbstätigkeit aufzunehmen. Eine Ausbildungsvergütung muss sich das Kind dann anrechnen lassen, gemindert um eine Ausbildungspauschale. Der Unterhaltsanspruch des volljährigen Kindes wegen Ausbildung ist ein Barunterhaltsanspruch. Nunmehr sind beide Elternteile barunterhaltspflichtig. Die Höhe des Unterhaltsanspruchs leitet sich aus den Einkommen der Eltern ab, wobei jeder Elternteil im Verhältnis seines Einkommens, also nach seiner Leistungsfähigkeit den Unterhalt zu leisten hat. Dabei haben die Eltern die Wahl, ob sie dem Kind z.B. die Aufnahme in den Haushalt anbieten und so ihren Unterhalt als Naturalunterhalt gewähren. Etwas anderes kann jedoch gelten, wenn schwerwiegende Gründe vorhanden sind, die einem Zusammenleben mit dem Elternteil entgegenstehen. 

Die Eltern schulden dem Kind grundsätzlich nur die Finanzierung einer Ausbildung. Die Berufswahl steht dabei im freien Ermessen des volljährigen Kindes. Allerdings muss diese den Begabungen, Fähigkeiten und dem Leistungswillen des Kindes entsprechen und den Eltern wirtschaftlich zumutbar sein. Eine Ausbildung im Sinne dieser Unterhaltspflicht kann auch eine Banklehre mit anschließendem Jurastudium oder die Ausbildung zum Zimmermann und ein Architekturstudium sein. Dabei besteht für den Unterhaltsberechtigten jedoch die Obliegenheit, die Ausbildung zielstrebig durchzuführen.  

Volljährige Kinder, die noch im Haushalt eines Elternteils wohnen und sich in der allgemeinen Schulausbildung befinden, sind grundsätzlich bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres unterhaltsrechtlich wie ein minderjähriges Kind zu behandeln.  

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Kindesunterhalt - Höhe, Anspruch, Berechnung

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