Familienrecht aktuell - News

21.08.2015

Unterhalt oder Ausbildung - was müssen Eltern tun, um den Unterhalt für das Kind sicherzustellen?

Wenn sich die Eltern trennen, besteht zumindest gegenüber den Kindern grundsätzlich eine Unterhaltspflicht.

Nun hatte das Oberlandesgericht Hamm (OLG Hamm, Beschluss vom 24.04.2015, 12 UF 225/14) darüber zu entscheiden, ob eine Mutter, die noch keine abgeschlossene Berufsausbildung hat, diese sog. Erstausbildung wegen der Unterhaltspflicht gegenüber ihrem Kind verschieben muss.

Die Antwort der Richter lautete: ja! Zunächst muss man als Elternteil dafür sorgen, dass man seinen Unterhaltspflichten gegenüber dem Kind nachkommen kann, erst dann darf man sich um seine eigene Ausbildung kümmern.

In dem zu entscheidenden Fall hatte die Mutter das Abitur gemacht, danach aber mehrere Ausbildungen - auch vor der Geburt des Kindes - abgebrochen. Nach der Trennung der Eltern lebte der Junge bei seinem Vater und beanspruchte von der Mutter Kindesunterhalt.

Sie hatte trotz fehlender Berufsausbildung einen Job als Angestellte und bekam dafür gut 1.400 EUR netto monatlich.

Die Richter berücksichtigten, dass die Mutter bereits mehrere Ausbildungen abgebrochen hat und nicht damit zu rechnen war, dass sie eine Ausbildung zu Ende führt. In diesem Fall muss sie weiterhin Geld verdienen, um ihren Unterhaltspflichten gerecht zu werden.

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